Redebeitrag

Am Samstag den 10.12.2011 haben in Berlin rund 500 Menschen gegen institutionalisierten Rassismus demonstriert. Der Demonstrationszug führte vom S-Bahnhof Spindlersfeld zum Abschiebegewahrsam in Berlin-Grünau. Dort wurde neben mehreren Redebeiträgen, die unter anderem das geplante Gewahrsam am Flughafen Berlin-Schönefeld thematisierten, auch der folgende Redebeitrag verlesen:


© Christian Jäger

Hallo liebe Demo und ein herzliches „Verpisst euch!“ an die Polizei & Zivischweine.  Wir sind heute hier um Solidarität zu zeigen mit den Inhaftierten im Abschiebeknast Grünau. Wir wollen gegen diesen sowie gegen den neu geplanten Knast in Schönefeld demonstrieren.  Auch wenn Abschiebeknäste  Höhepunkte des staatlichen Rassismus in Deutschland und Europa sind, lässt sich Rassismus in all seinen unterschiedlichen  Facetten in unserer Gesellschaften finden. Dies reicht von den sogenannten „Asyllagern“, den rassistischen Gesetzen, Angriffen von Neonazis,  bis hin zu  Integrationsdebatten, Fremdzuschreibungen und auch den uns anerzogenen Rassismen, die es kritisch zu hinterfragen gilt um diese letztendlich anzugreifen und abzuschaffen.  Wir sollten anfangen uns und unsere Erziehung zu reflektieren und somit die gesetzliche und gesellschaftliche Situationen ins wanken zu bringen, statt immer noch  Veränderungen von Politiker_innen und Gesetzen zu erwarten und zu fordern.    

Eine Veränderung unsere selbst schafft  die Bedingung zur tatsächlichen Veränderung in der Gesellschaft um Institutionen wie Knäste abzuschaffen und Politiker_innen und vermeintliche Demokratie überflüssig zu machen. Um endlich nicht mehr Menschen als Staatsbürger_innen, Verbrecher_innen oder ähnliches zu kategorisieren. Deswegen werden wir gegen alle Knäste, einsperrende Institutionen sowie Staatskonstrukte kämpfen. Dieser Redebeitrag ist leider viel zu kurz um alles zu benennen was uns ankotzt.  Deswegen: Knäste zu Baulücken und Solidarität mit allen Gefangenen!

Soligruppe „Freiheit für Tobias!“