Straßenbarrikade für Tobias

gefunden auf linksunten.indymedia.org:

„Wir haben in der Nacht zum 4/11/2011 die Neue Bahnhofstraße in Berlin – Friedrichshain mit brennenden Mülltonnen und Baustellenkram einer Luxussanierung gesperrt. Zusätzlich wurde ein Fahrzeug der Polizei durch Krähenfüsse ausser Gefecht gesetzt.

Freiheit Für Tobias

Seit Jahren lässt sich ein Trend erkennen, dem nach die Berliner Stadtbezirke von der Mitte zum Stadtrand hin, systematisch aufgewertet werden.

Mit dieser Aufwertung soll auch ein „Austausch“ der BewonerInnen der Bezirke erreicht werden. Bei kontinuierlichem Lohnrückgang werden Mieten exorbitant angehoben um die Wohnungen und Häuser zu „entmieten“, zu Sanieren und dann für ein Vielfaches neu zu vermieten bzw. als Eigentumswohnungen zu Verkaufen.

Diese Mietspekulation ist nichts Neues und Teil einer urbanen Gentrifizierung, wie mensch sie in jeder Großstadt findet.

Was noch vor wenigen Jahren ein Inbegriff für „ArbeiterInnenbezirke“ war, wie z.B. Prenzlauer Berg oder Neukölln ist nun Tummelplatz für neureiche Künstler oder StudentInnen die dem Ruf der Partykieze folgen.

Ausgestattet mit dem Geld von Mama und Papa, aus dem Verkauf von Waffen oder aus Aktiengeschäften können Mieten gezahlt werden die das Budge einer/eines „Durchschnittsverdienerin/Durchschnittsverdieners“ doch weit übersteigen.

Damit natürlich nicht genug. Durch den Zuzug finanzkräftiger Schwaben u.a. ziehen auch alle anderen Gewerbe ihre Preise an… JedeR will halt ein Stück vom Kuchen.

Wer sich nun gegen diesen Trend zur Wehr setzten möchte, wird sofort mit der vollen Härte des Gesetzes (und natürlich auch außerhalb der Gesetze) bestraft.

Bestraft von einer Regierung, die vorgibt die Interessen der Bevölkerung zu vertreten aber… wie das der Macht imanent ist… nur ihre eigenen Interessen und die des Systems vertritt.

Das einzige was dagegen getan werden kann, ist der Absolution von Oben die kollektive Selbstorganisation entgegenzusetzen.

Sich Organisieren und gegen das tägliche Voranschreiten der Gentrifizierung aktiv werden.

Es wird viel gestritten, ob das Anzünden von Autos derer die von der Verdrängungspolitik profitieren bzw. sie betreiben, das Mittel der Wahl ist im Kampf um unser Überleben, klar ist aber, dass es der einzige Aufschrei ist, den die Geselschaft bis jetzt wargenommen hat.

Unser Freund Tobias sitzt nun schon seit über einem Monat im Knast. Die Verantwortlichen für die Vertreibung hunderter aus ihren Wohnungen und die, die dann vollkommen ignorant einziehen und das Spiel so erst rentabel machen scheffeln indes Millionen.

Die Hetzkampagne von CDU und Springer gegen vermeintliche „Hassbrenner“ fürt zur Aufstellung von Bürgerwehren die an die SA der Nazis erinnern und das, obwohl ein Hass auf diese Verhältnisse vollkommen nachvollziebar ist.

In diesem Winter werden wieder weit unter -10°C erwartet. Den Yuppie mit seinem Audi TT wird das wohl nicht weiter kümmern, aber was ist mit all denen, die eine Mietsteigerung von 200% nicht bezahlen können?


Freiheit für Tobias!
Freiheit für alle Gefangenen!
Für die Anarchie!